Mit dem NEB_PROJEKT „Informations- und Kompetenzzentrum Hanf mit Erlebnispfaden (IKHE)“ ist mit Startschuss am 7. Juli 2026 ein Partnerverbund der Stadt Mücheln (Geiseltal), der Hochschule Merseburg und der Deutschen Hanf-Akademie e. V. mit Sitz in Mücheln an den Start gegangen. Hanf als Nutzpflanze, u. a. zum Einsatz als Bau- und Dämmstoff mit verbesserten Eigenschaften in Sachen Feuchtigkeitsregulierung und gesunder Raumluft, wird wieder zurück ins Bewusstsein zurückgeholt. Geplant ist ein überwiegend aus Hanf als Baustoff errichteter Experimentalbau, dazu Bauwerkstätten und das Angebot von Erlebnispfaden. Am 7. Juli 2026 erhielten dafür die Verbundpartner aus den Händen des Staatssekretärs im Ministerium für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten des Landes Sachsen-Anhalt, Gert Zender, ihre Fördermittelbescheide in Höhe von insgesamt rund 3,8 Millionen Euro. Das Projekt wird zu 100 Prozent aus dem europäischen Just Transition Fonds (JTF) im Rahmen der Landesinitiative „Gemeinsam für ein Neues Europäisches Bauhaus (NEB) #NeueBauhäusler“ gefördert.
Viele waren an diesem Tag gekommen, um den Projektstart zu feiern, aber auch und vor allem, um über Hanf als vielseitigen Alleskönner und die Pläne der Verbundpartner zu erfahren. Und es wurde klar: Industriehanf trägt als nachhaltige Ressource nicht nur ein hohes ökonomisches Potenzial in sich. Auch ökologisch punktet die Pflanze. Denn: Beim Anbau mit Fruchtfolge ist Hanf ein Bodenverbesserer, kommt ohne Pflanzenschutzmittel aus und benötigt – gerade in Zeiten des Klimawandels wichtig – vergleichsweise wenig Wasser. Gegenwärtig baut man Hanf in der Region auf rund 230 Hektar an – mit planbaren Verkaufspreisen für die Landwirte.
Das als NEB_PROJEKT von Europa geförderte „Informations- und Kompetenzzentrum Hanf“ in Mücheln wird als Hanf-Experimentalbau von der Stadt Mücheln errichtet werden, ein Holzbau, wie es heißt, mit hohem Hanfanteil. Die Deutsche Hanf-Akademie e. V. und die Hochschule Merseburg stehen dem Projekt mit Expertise und als wissenschaftliche Begleitung zur Seite nicht zuletzt für die Wissensvermittlung an Fachleute wie Laien. Denn darum wird es im Zentrum gehen: am konkreten Objekt und am konkreten Produkt aufzuklären über nachhaltige Stoffkreisläufe und Wertschöpfungsketten mit breiten Anwendungschancen und sinnvollen Nutzungsmöglichkeiten einer der ältesten vom Menschen genutzten Kulturpflanzen: Hanf. Mücheln schreibt Zukunftsgeschichte.
„Raus aus der Kohle, rein in den Hanf.“ Unter diesem Motto agieren schon seit ihrer Gründung im Jahr 2022 die Mitglieder der Genossenschaft Hanffaser Geiseltal eG, bringen Menschen zusammen und puschen damit den Wandel in der ehemaligen Braunkohleregion am Geiseltalsee. Die Genossenschaft ist wichtiger Rohstoffpartner des NEB_PROJEKTS. Ihr Unternehmenssitzin einer früheren Lokwerkstatt in Müchelns Ortsteil Stöbnitz liegt gegenüber jenem Grundstück, auf dem bis 2028 das „Informations- und Kompetenzzentrum Hanf mit Erlebnispfaden“ als Experimentalbau entstehen wird. Es ist ein städtisches Grundstück, dass in der Kommune Mücheln unweit der Strandallee für Bewohner und Urlauber Angebote entwickeln soll.






