Projektname:

Tradition und Transformation – kooperatives Konzept für die Saline: Stadt, Salz und Saale verbinden (SALTSA)

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Projektdetails:
Verbundpartner:
1. Science2public e. V., Halle (Saale)
2. Kommune Stadt Halle
Art des Projekts:
Erarbeitung eines Entwicklungskonzeptes für die bislang ungenutzten Areale des Industriedenkmals der königlich-preußisches Saline / transdisziplinäre Arbeitsweise zur Definition der bestandsnahen Nutzungsmöglichkeiten
Grundstücksgröße:
Gesamtgrundstück: 22.000 m²
Grundstücksfläche eingezäunt: 9.000 m²
davon Gesamtfläche Bauten: 6.000 m²
davon Gesamtfläche Hof: 3.000 m²
Projektlaufzeit: 2026 – 2027
Kontakt:
Norbert Böhnke, Stadt Halle (Saale),
Fachbereich Kultur, Hansering 20, Eingang D
06108 Halle (Saale)
Tel. 0345/221-3353
E-Mail: norbert.boehnke@halle.de
science2public – Gesellschaft für Wissenschaftskommunikation e. V.
c/o MMZ – Mitteldeutsches MultiMediaZentrum
Mansfelder Straße 56, 06108 Halle (Saale)
Ilka Bickmann: 0345/78282412
E-Mail: bickmann@science2public.com

Projektbeschreibung

Das Saline-Ensemble in Halle (Saale) ist ein herausragendes Industriedenkmal der Salzherstellung in Halle mit einer Nutzungsgeschichte von 1721 bis 1964. Das Erliegen der Salzproduktion fiel zusammen mit Baubeginn der Planstadt Halle-Neustadt, westlich der Saale im Jahr 1964. Die Salineinsel liegt verbindend zwischen Alt und Neustadt, doch die damalige Idee, es als Naherholungsort einzurichten, konnte nicht vollständig umgesetzt werden.

Das Saline Museum ist in Betrieb und bereits instandgesetzt. Die noch ungenutzten Gebäude des Saline-Areals sollen zu einem offenen, inklusiven Bildungs-, Erfahrungs- und Erlebnisraum entwickelt werden, der Bildung, Kultur und gesellschaftliche Mitgestaltung vereint.

Das Entwicklungskonzept hat zum Ziel, für das Gesamtensemble ein zukunftsfähiges Nutzungs- und Sanierungskonzept zu erarbeiten, das die Bedeutung der Industriebauten ebenso würdigt, wie regionale Traditionen und den technischen Erfahrungs- und Bildungsschatz der Salzgewinnung. Berücksichtigt werden auch Perspektiven und Anforderungen der nachwachsenden Generation an Museen der Zukunft. Das Projekt verbindet historische Identität mit modernen städtischen Bedürfnissen und schafft ein Bindeglied zwischen Alt- und Neustadt.

Eine Industriekultur, die lebendig wird und transformiert.

Projektziele

Das Projekt verfolgt die Entwicklung eines neuen Ansatzes der Planungskultur als kollaborativer Prozess für die Konzeption der Sanierung und Wiedernutzung der noch leerstehenden Salinegebäude. Im Zentrum stehen die raumstrukturellen, denkmalpflegerischen und gestalterischen Potenziale der Objekte – die künftige Nutzung wird von den Gebäuden aus gedacht, mit hoher Wertschätzung der Substanz unter Wahrung der architektonischen Identität. Die Sanierung soll beispielhaft für zirkuläres Handeln sein und im Sinne der Ressourcenschonung auch innovative Ansätze wie jahreszeitenabhängige Nutzungen, „Haus-in-Haus“-Systeme oder Low-Tech-Konzepte berücksichtigen.

In die Erarbeitung des Konzeptes werden wichtige Stakeholder wie das Salinetechnikum, der Hanseverein, die Salzwirker-Brüderschaft, benachbarte Institutionen wie Freibad, Integrierte Gesamtschule und Planetarium sowie die Öffentlichkeit einbezogen. Das Konzept umfasst bauliche Bestandserhebungen, Abstimmungen zur Nutzung, Beteiligungsformate und Rauminterventionen. Ziel ist ein tragfähiges Konzept für Nutzung und Finanzierung, als Grundlage für die weiterführende Umsetzung und Beantragung weiterer Fördermittel.

Durch die Lage an der Verbindungsachse vom Riebeckplatz mit dem künftigen „Zukunftszentrum für Deutsche Einheit und Europäische Transformation“ über die Altstadt nach Halle-Neustadt rückt die Saline in den Mittelpunkt von Tradition, Transformation und Zukunft. Dies wird sich auch in der spannenden Visualisierung der Nutzungsideen durch temporäre Rauminterventionen und in der Implementierung wirksamer Abstimmungs- und Implementierungsprozesse für künftige Organisations- und Finanzierungsformen zeigen.

Projektimpressionen

Kriterien nach dem NEB_Kompass

Ambition II: verbinden
Das Entwicklungskonzept für die königlich-preußische Saline verfolgt das Ziel, gemeinsam mit den zahlreichen Akteuren und Akteurinnen und der Öffentlichkeit eine Perspektive zu erarbeiten, die einerseits die Traditionen der Saline berücksichtigt, gleichzeitig aber auch in die Zukunft hinsichtlich Nutzungskombinationen, Sanierungsstandards und Organisationsformen blickt. Beim vorhandenen Gebäudebestand handelt es sich um herausragende Industriedenkmale mit einem hohen ästhetischen Wert. Das gesamte Ensemble in malerischer Lage an der Saale bietet herausragende städtebauliche, freiraumgestalterische, architektonische sowie bildungstouristische Rahmenbedingungen. Diese können jedoch nur zur Geltung kommen, wenn die geplanten Nutzungen respektvoll und wertschätzend mit dem Bestand umgehen. Der hohe Transformationsanspruch muss sich in den zukunftsfähigen Nutzungskonzepten widerspiegeln. Die frühe Einbeziehung der Denkmalpflege definiert die historischen Werte und Ziele zu einem Zeitpunkt, an dem die künftigen Nutzungen noch nicht endgültig feststehen, und bildet somit einen Geländerahmen. Auf dieser Basis werden im skizzierten partizipatorischen Prozess Varianten erarbeitet und mittels der geplanten Rauminterventionen auf ihre Wirkung und Raumbildung hin erprobt.
Ambition I: umfunktionieren
Die Reaktivierung von Bestandsgebäuden ist im Sinn des zirkulären Bauens und als Beitrag zur Klimaneutralität dann erreicht, wenn sich Nutzungen an den Möglichkeiten des Bestands orientieren und damit bei Wiedernutzung der CO₂-Ausstoß durch Sanierung und Betrieb der Gebäude minimiert werden kann. Dies ist Ziel des nachhaltigen Entwicklungskonzepts, das die Verbundpartner verschränkend verfolgen: Die Nutzungskonzepte sollen ausgehend von vorhandener Bausubstanz und im Hinblick auf künftige Nutzung und Betrieb zusammen gedacht werden (Form & Funktion). Mit der Erarbeitung einer Leistungsphase “0” werden Anforderungen und Rahmenbedingungen frühzeitig geklärt, da sie Auswirkungen auf Nutzungsmöglichkeiten, Sanierungsziele und Finanzierung haben. Experimentelle Lösungsansätze wie saisonale Nutzungsintensitäten, die Reduzierung des Ausbaustandards einzelner Räume, Wiederverwendung historischer Baumaterialien, Prüfung alternativer Wärmeenergie sowie Low-Tech-Konzepte tragen zur Klimaverträglichkeit und Minimierung des Energiebedarfs bei. Durch das Verfahren der Rauminterventionen von science2public e. V. werden experimentell inhaltliche und räumliche Konzepte erprobt und für das gemeinschaftliche Entwicklungskonzept übereinandergelegt.
Ambition I: einbeziehen
Die königlich-preußische Saline ist ein Identifikationsort in Halle (Saale) mit großer kultur- und industriegeschichtlicher Bedeutung. Dies zeigt sich in den vielen Traditionen und dem Brauchtum rund um das Salzsieden. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich der Ort zudem zu einem Transformations- und Begegnungsort zwischen Altstadt und Neustadt entwickelt. Auch künftig sollen hier unterschiedliche Lebens- und Sozialperspektiven in den Austausch treten. Aus städtebaulicher Sicht ist nicht nur die Lage auf der Saaleinsel zwischen den Stadtteilen bedeutsam. Auch das Zusammentreffen der historischen Bauweise der Denkmalobjekte mit den Grundsätzen moderner Baukultur stellt ein inklusiv zu denkendes Thema für die vielfältige Nutzung durch unterschiedliche Interessensgruppen dar. Mit dem Bau des Zukunftszentrums für Deutsche Einheit und Europäische Transformation wird Halle (Saale) in den kommenden Jahren seine Rolle als Ort der Transformations- und Zukunftsforschung ausbauen. Während das Zukunftszentrum übergeordnete Fragestellungen diskutiert und kommuniziert, soll die Saline als inklusiver und multikodierter Referenzort der Stadtgesellschaft für gelungene Transformation fungieren. Das Entwicklungskonzept bildet dafür die Grundlage: Die vielschichtigen Interessen, teils auch widersprüchlich, werden in einen gemeinsamen Kontext mit den historischen Gebäuden gebracht. So entsteht ein sich gegenseitig befruchtendes, zukunftsfähiges Nutzungs- und Organisationsmodell, das die Potenziale von Mitbestimmung, Gemeinwohl und globalem Lernen nutzt. Das Saline Museum in den Großsiedehallen Süd und Nord fungiert dabei als zentraler Impulsgeber und Mittelpunkt mit Ausstrahlung auf die Gesamtnutzungskonzeption.
Ambition II: mitentwickelnd
Das Entwicklungskonzept für das Saline-Areal setzt auf die Zusammenarbeit von zivilgesellschaftlichen Akteuren, lokalen Initiativen und der interessierten Stadtgesellschaft. Beteiligt sind unter anderem das Saline-Technikum, der Hanseverein und die Salzwirker-Brüderschaft. Ziel ist, unterschiedliche Perspektiven – von Traditionspflege bis zu zeitgenössischen Bildungsangeboten – in die Planung einfließen zu lassen. Die Moderation und Organisation der Beteiligung erfolgt durch science2public e.V., der über Erfahrung mit unterschiedlichen Beteiligungsformaten und ein regionales Netzwerk verfügt. Methoden wie Stakeholder Mapping, Rauminterventionen und experimentelle Planspiele schaffen erlebbare Formate, um Potenziale und Grenzen der vorhandenen Gebäude zu erfahren und konkrete Ideen für die zukünftige Nutzung zu entwickeln. Die Ergebnisse der Beteiligung fließen in die Leistungsphase „0“ ein und dienen als Grundlage für die weitere Planung und Sanierung der historischen Gebäude. Der Prozess legt Wert auf frühzeitige Abstimmung zwischen Nutzungszielen und baulicher Substanz und unterstützt die Entwicklung tragfähiger, gemeinschaftlich abgestimmter Konzepte. Mit der Diskussion zukünftiger Organisations- und Finanzierungsmöglichkeiten sollen gemeinsam neue Wege beschritten werden, insbesondere durch die Einbeziehung und Unterstützung ehrenamtlicher und gemeinwohlorientierter Strukturen. Durch wertschätzende Organisationsentwicklung im gesamten Prozess soll ein nachhaltiges Nutzungskonzept mit allen Beteiligten und mitgestaltenden Nutzergruppen erarbeitet und aufgebaut werden. Der kooperative Ansatz des Entwicklungsprozesses soll dabei als Maßstab für die darauffolgenden Umsetzungsschritte dienen.
Ambition I: lokal arbeiten
Das kooperative Entwicklungskonzept bezieht aktiv mehrere Ebenen der Beteiligten und der inhaltlichen Zielstellungen ein:
  • Stadtverwaltung Halle (Saale): Eigentümerin der Liegenschaft, zuständig für Bau- und Sanierungsfragen, Leitung des Salinemuseums.
  • Stakeholder Salinetechnikum, Hanseverein und Salzwirkerbrüderschaft: Einbringen konkreter Nutzungsideen und -ansprüche, Traditionspflege, hohes ehrenamtliches Engagement, Vernetzung in Stadt- und Landespolitik.
  • Weitere Akteure aus Stadtgesellschaft und Region (z. B. Bäder Halle GmbH, Planetarium, Saalestammtisch, Zukunftszentrum gGmbH): Ergänzende Nutzungsmöglichkeiten, Verbindung zu anderen Institutionen und Projekten.
  • Interessierte Öffentlichkeit: Kreativer Input zur Identitätsstiftung rund um Salz, Saline und Saale, Bildung und inklusive Formate.

Eine von science2public erstellte Stakeholder Map soll diesen Beteiligungskreis erweitern, konkretisieren und Brücken für den Wissenstransfer herstellen. Die städtebauliche Bedeutung der Salineinsel als Mittelpunkt zwischen Alt- und Neustadt von Halle (Saale), als offener Begegnungsort und als Ausgangspunkt der industriellen Entwicklung der Region wird durch die neuen Nutzungen hervorgehoben. Ebenso fließt die vielschichtige Baugeschichte des Salineensembles ein, die den Wandel der Industrie über Jahrhunderte erlebbar macht.
Ambition III: ‘über’ disziplinär
Die Saline konnte mit der gelungenen und überregional viel beachteten Sanierung der Großsiedehallen Süd und Nord als Saline Museum bereits einen großen Schritt in Richtung Zukunftsfähigkeit machen. Die Weiterführung dieses Prozesses steht vor der Herausforderung, Tradition, Brauchtumspflege und Transformation miteinander zu verbinden. Dies erfordert einen frühzeitigen, transparenten und interdisziplinären Austausch sowie professionell gesteuerte Kommunikation und Prozessbegleitung, damit im Ergebnis ein von allen Akteuren und der Stadtgesellschaft getragenes Gesamtkonzept vorliegt. Der Beteiligungsprozess sieht explizit vor, neben externem Expert*innenwissen zur Entwicklung gelingender „Dritter Orte“ sowohl Akteure und interessierte Menschen aus der Stadt- und Zivilgesellschaft einzubeziehen, die bereits in und für die Saline engagiert sind, als auch Gruppen und Einzelpersonen, die sich zukünftig im Rahmen des Entwicklungs- und Nutzungskonzepts beteiligen möchten. Unterschiedliche Perspektiven, Herkünfte, Bedarfe, Interessen und Bildungshintergründe sollen über interdisziplinäre, co-kreative und kollaborative Nutzungen aus verschiedenen Sozialquartieren zu einem gemeinsamen Konzept zusammengeführt werden. Die räumliche Nähe zum Marktplatz, zu benachbarten Institutionen wie dem MMZ als Inkubator für Multimedia, den Medien- und Kommunikationswissenschaften der Universität Halle, dem europaweit größten Planetarium, mehreren Schulen, dem fußläufig erreichbaren MDR sowie die direkte Lage an der Saale mit Möglichkeiten für Saaletourismus und die Einbindung des Bürgerforschungsschiffs „Make Science Halle“ vom Verbundpartner science2public e.V. mit Liegeplatz an der Saline lassen ein reges Miteinander bereits im Entwicklungsprozess und auch zukünftig erwarten.
Kooperatives Konzept für die Saline: Stadt, Salz und Saale verbinden (SALTSA)
So funktioniert der
NEB-Kompass (PDF)

Durchführung

Verwendete Tools mit Darstellungen des Arbeitsprozesses

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