Projektname:

Zukunftsschmiede Industriekultur: Jugend gestaltet Wandel

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Projektdetails:
Verbundpartner:
1. Bildungszentrum Wolfen-Bitterfeld e.V.
2. Forum Rathenau e.V., Bitterfeld-Wolfen
Art des Projekts:
Bildungsprojekt / nachhaltige Berufsförderung / industriekulturelle Identität verknüpft mit Strukturwandel
Grundstücksgröße:
Projektlaufzeit: 2026 – 2027
Kontakt:
Projektleitung Sándor Mohácsi
Bildungszentrum Wolfen-Bitterfeld e.V.
Saarstraße 6
06766
Bitterfeld-Wolfen
Forum Rathenau e. V.
Andresenstraße 1A
06766
Bitterfeld-Wolfen
E-Mail:
zukunftsschmiede@forum-rathenau.de

Projektbeschreibung

In ländlich geprägten Regionen wie Anhalt-Bitterfeld erreicht die traditionelle Berufsorientierung viele Jugendliche nicht mehr. Insbesondere zukunftsfeste Berufe in den Bereichen Nachhaltigkeit, Klimaschutz, Technik und Soziales werden oft nicht ausreichend attraktiv vermittelt.

Das Projekt setzt hier an und entwickelt niedrigschwellige, praxisnahe Angebote direkt vor Ort (Schulen, Jugendclubs, öffentliche Veranstaltungen), um Interesse für zukunftsorientierte Berufe zu wecken. Ziel ist es, Jugendliche ab der 7. Klasse für nachhaltige Berufswege in der Region zu begeistern und aktiv in die Gestaltung ihrer Zukunft einzubeziehen.

Das Projekt verknüpft die industriekulturelle Identität der Region Bitterfeld-Wolfen mit aktuellen Herausforderungen des Strukturwandels: Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Fachkräftesicherung. Es verbindet das Wirken und Erbe der Bitterfelder Industriegeschickte mit ihrer Material- und Bildungsinnovation – im Sinne einer zukunftsweisenden Berufsorientierung.

Projektziele

Ziel ist es, Jugendlichen im Mitteldeutschen Revier (Region Landkreis Anhalt-Bitterfeld) eine erlebbare Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft zu bieten.

Konkrete Projektziele sind:

  • Gleichwertige Bildungschancen durch mobile, aufsuchende Berufsorientierung in Stadt und Land
  • Stärkung der Fachkräftesicherung in nachhaltigen technischen und sozialen Berufsfeldern
  • Gestaltungskompetenz fördern: Jugendliche als Akteure des Wandels
  • Industriekultur als Bildungs- und Erfahrungsraum aktivieren
  • Innovationen über Materialien und Techniken vermitteln
  • Sichtbarkeit und Attraktivität nachhaltiger Berufsbereiche erhöhen

 

Das Projekt gliedert sich in fünf ineinandergreifende Module, die gemeinsam ein praxisnahes, ästhetisch ansprechendes und partizipatives Bildungskonzept bilden – mobil, industriekulturell fundiert und methodisch vielfältig:

Zukunft braucht Neugier. Das Zukunftsmobil kommt direkt auf den Schulhof oder zum Stadtfest auf den Marktplatz. Mit VR-Brillen, Erlebnisstationen und Workshops werden hier nachhaltige Berufe aus der Region erkundet.

Zukunft braucht Gestaltung. In künstlerischen Workshops entstehen eigene Ideen: Berufsbilder, Objekte oder Zukunftsszenarien. Hier wird nicht nur über Zukunft geredet, sondern angefasst, geformt, gestaltet und präsentiert.

Zukunft braucht Vergangenheit. An industriekulturellen Orten in Anhalt-Bitterfeld treffen Jugendliche Zeitzeugen, die den Wandel selbst erlebt haben. Wer versteht, woher eine Region kommt, weiß besser, wohin sie gehen kann.

Zukunft braucht Substanz. Von der Bauxitmine bis zur Getränkedose: In der mobilen Mitmachausstellung „Aluminium: Von Bitterfeld in die Welt“ wird ein Werkstoff entdeckt, der uns ständig umgibt und bedeutendes Material der Zukunft ist.

Zukunft braucht uns alle. Das Abschlussfestival gehört den Jugendlichen, weil sie es selbst auf die Beine stellen können. Sie planen, gestalten und präsentieren, was sie wirklich interessiert. Was dabei entsteht, ist kein Schulprojekt, sondern ein Fest von Jugendlichen für Jugendliche für ihre Region.

Das Vorhaben zeigt modellhaft anhand von Innovationen in der Berufsbildung, wie das Erbe der Industriekultur und NEB_PRINZIPIEN zusammenwirken, sodass die Erkenntnisse auf andere Regionen übertragbar sind.

Kriterien nach dem NEB_Kompass

Ambition III: integrieren
Das Projekt nutzt Ansätze aus der ästhetischen Bildung, um junge Menschen dabei zu unterstützen, mit Veränderungen in ihrer Region umzugehen. Ästhetische Bildung stärkt Kreativität, Vorstellungskraft und die Fähigkeit, über sich selbst und die eigene Umgebung nachzudenken. Dadurch werden sie dabei unterstützt, Transformation im eigenen Leben und in der Gesellschaft aktiv mitzugestalten. Ästhetik spiegelt sich zudem im Anspruch wider, die Lernumgebungen und Ergebnisse ansprechend zu gestalten: Die Pop-up-Ausstellungen sollen schön und kreativ sein. Ergebnisse der Schülerinnen und Schüler (z. B. Upcycling-Kunstwerke) zeigen, dass Nachhaltigkeit und gutes Design Hand in Hand gehen können. Ästhetische Zugänge zu Orten (z. B. Fotografie, Storytelling, Mapping) und Präsentationen mit nachhaltigen Inhalten eröffnen neue Sichtweisen und regen zur aktiven Auseinandersetzung an.
Ambition I: umfunktionieren
Im Projekt Zukunftsschmiede Industriekultur – Jugend gestaltet Wandel ist Nachhaltigkeit ein leitendes Prinzip – inhaltlich wie operativ. Es verbindet die Auseinandersetzung mit industriekulturellem Erbe mit der aktiven Gestaltung zukunftsfähiger Lebens- und Arbeitswelten. In den mobilen Lernstationen wird Nachhaltigkeit unmittelbar erfahrbar: Multimediale Formate, haptische Materialien und das Leitmaterial Aluminium eröffnen Zugänge zu Kreislaufwirtschaft, Recycling und die damit verbundenen Berufsfelder. Vergangenheit und Zukunft treten in Dialog – als Einladung, industrielle Innovation neu zu denken. Die Kreativwerkstätten übersetzen diesen Anspruch in gemeinsames Handeln. In Co-Creation und mit Methoden des Design Thinking entwickeln Jugendliche eigene Ideen für eine nachhaltige Zukunft. Upcycling wird dabei zur gestalterischen Praxis: Aus scheinbar wertlosen Reststoffen entstehen neue Objekte mit Bedeutung – zwischen Alltagsnutzen und künstlerischem Ausdruck. Ästhetik und Nachhaltigkeit greifen ineinander und machen erfahrbar, dass Transformation auch eine Frage der Gestaltung ist. Über die Projektlaufzeit hinaus wirken die Ergebnisse weiter: In Ausstellungen, Medienformaten und öffentlichen Präsentationen werden die Ideen der Jugendlichen sichtbar gemacht und in die Region getragen. So entsteht ein nachhaltiger Wissenstransfer, der Teilhabe stärkt und langfristige Impulse für Bildung, Berufswahl und regionale Entwicklung setzt. Nachhaltigkeit zeigt sich hier als gelebte Praxis – ressourcenschonend, gemeinschaftlich und zukunftsorientiert.
Ambition I: einbeziehen
Inklusion wird durch die partizipative Arbeitsweise Co-Creation und die Einbindung unterschiedlicher Zielgruppen unabhängig von Bildungsstand oder sozialer Herkunft umgesetzt. Das Projekt schafft Orte der Begegnung, an denen Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, ältere Menschen, Industrievertretende sowie Künstlerinnen und Künstler gemeinsam Zukunftsideen entwickeln. So stärkt es eine disziplinen- und generationsübergreifende Mitgestaltung. Durch die aufsuchenden Angebote (in Schulen, Jugendclubs, bei Stadtteil-Events) werden auch jene erreicht, die auf niedrigschwellige Zugänge angewiesen sind. Das Projekt richtet sich an Menschen unterschiedlicher Geschlechter und Hintergründe und legt besonderen Wert auf Inklusion. Dazu gehören eine gendersensible Ansprache, etwa zur Förderung von Mädchen in MINT-Berufen, sowie barrierearme Zugänge zu den Angeboten.
Ambition II: mitentwickelnd
Das Projekt gliedert sich in mehrere Module, die zusammen ein ganzheitliches Konzept der Berufsorientierung im Zeichen der Industriekultur bilden. Jeder Modul-Baustein nutzt kreative, partizipative Formate (Co-Creation – gemeinsam gestalten) und mobile Lerneinheiten an realen Lernorten. Modul 1 (Mobile Lernstationen „Industriekultur & Zukunft”): Jede Station enthält eine interaktive Kombination aus analogen und digitalen Lernelementen: z. B. partizipative Frageformate. Modul 2 (Kreativwerkstätten & Co-Creation): In der Kreativwerkstatt verbinden sich künstlerisch-gestalterische Methoden mit beruflicher Zukunftsorientierung und partizipativer Praxis. In Co-Creation entwickeln Jugendliche eigene Ideen für Berufe, Produkte oder Lösungen im Spannungsfeld von Nachhaltigkeit, Region und Transformation. Modul 3 (Industriekulturelle Erlebnis- und Begegnungsräume): In begleiteten Exkursionen, dialogischen Führungen und partizipativen Workshops erleben Jugendliche hautnah, wie sich Arbeit, Technik und Gesellschaft verändert haben und welche Berufsprofile, Technologien und Nachhaltigkeitsthemen daraus heute entstehen. Modul 4 (Aluminium von Bitterfeld in die Welt): Einrichtung einer mobilen Mitmach-Ausstellung zum Thema Aluminium als Innovations-Beispiel. Modul 5 (Zukunft sichtbar machen – Abschluss und Transfer): Hier werden die Projektergebnisse in einem partizipativen Abschlussfestival sichtbar. Die Jugendlichen entwickeln dazu multimediale Zukunftsvisionen und bereiten diese für eine Ausstellung und Präsentation vor.
Ambition I: lokal arbeiten
Das Projekt vernetzt lokale Schulen, Bildungs- und Kulturinstitutionen sowie regionale Unternehmen im Landkreis. Ziel ist es, die Region durch gemeinsame Bildungs- und Kulturarbeit zu stärken, indem Kooperationen und Partnerschaften innerhalb des Landkreises und des Bundeslandes Sachsen-Anhalt aufgebaut und gemeinsame Veranstaltungen und Workshops durchgeführt werden. Somit werden Bildung, kultureller Austausch und wirtschaftliche Vernetzung vor Ort gefördert. Eine Anbindung an das NEB_NETZWERK und das Netzwerk Industriekultur Sachsen-Anhalt sichert den überregionalen Wissenstransfer, indem Erfahrungen, Konzepte und Best Practices weitergegeben werden. Durch den Austausch werden Professionalisierung und Qualitätssicherung des Projekts gefördert. Die im Projekt erprobten Formate und Ansätze lassen sich auf andere Regionen übertragen und in bestehende überregionale Strukturen einbinden. Dadurch wirken die Ergebnisse über die Projektlaufzeit hinaus weiter. Das Projekt schafft eine Grundlage für eine Bildungsinnovation, die nach Projektende durch die Träger weiterentwickelt und genutzt werden wird.
Ambition II: interdisziplinär
Das Projekt verbindet Bildung, Gestaltung, Nachhaltigkeit und Industriekultur – also vier unterschiedliche Themenfelder, die sowohl theoretisches Wissen als auch praktische Erfahrungswelten berühren. Es geht dabei um interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Fachrichtungen und um die aktive Einbeziehung von Jugendlichen und Experten und Expertinnen aus ganz unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen. Formelles Wissen (z. B. schulisches Lernen, theoretisches Fachwissen) und informelles bzw. erfahrungsbasiertes Wissen (z. B. aus Handwerk, Berufsleben oder Alltagskultur) werden als gleichwertig betrachtet und in den Projektprozess integriert. Durch Einbeziehung nicht-formaler Wissenspartner (Handwerk, Design, Umweltbildner und -bildnerinnen, Industrievertretende mit praktischem Erfahrungswissen und Fachkenntnissen außerhalb des klassischen Bildungssystems) in gemeinsame Workshops und Co-Design-Prozesse werden Perspektiven, Methoden und Problemlösungsstrategien aus der Praxis eingebracht. Sie agieren als Mentorinnen und Mentoren, Coaches oder gleichberechtigte Projektpartnerinnen und sind somit aktive Mitgestaltende des Lernprozesses, nicht nur Unterstützende. Der Projektprozess ist kollaborativ gestaltet. Er verbindet Co-Creation mit projektbasiertem Lernen und einer engen Zusammenarbeit mit der Bürgerstiftung als Vertretung der Zivilgesellschaft. Reale Herausforderungen werden gemeinsam analysiert und bearbeitet.
NEB Kompass Zukunftsschmiede
So funktioniert der
NEB-Kompass (PDF)

Durchführung

Verwendete Tools mit Darstellungen des Arbeitsprozesses

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