Ein alter Lokschuppen, seit Jahren dem Verfall preisgegeben, soll zum Ort der Begegnung werden: Am Bahnhof Gerbstedt entsteht ein Begegnungs-, Informations- und Dokumentationszentrum (BIDZ) für die Bergbau-, Industrie- und Verkehrsgeschichte des Mansfelder Landes. Einen wichtigen ersten Schritt dahin machten die Verbundpartner Freunde der Halle-Hettstedter Eisenbahn e. V. und KulturErbe Mansfeld-Saaletal e. V. am 21. August 2026: Während eines NEB_ONTOUR erhielten sie aus den Händen von Kulturstaatssekretär Dr. Sebastian Putz Förderbescheide über insgesamt 1,17 Millionen Euro aus dem „Europäischen Fonds für einen gerechten Übergang“ (Just Transition Fund – JTF), einem Fonds der Europäischen Union. Die Mittel dienen der Sicherung des seit 2008 denkmalgeschützten Gebäudes – ein erster, entscheidender Schritt auf dem Weg zum künftigen BIDZ.
Für die Teilnehmenden des NEB_ONTOUR – darunter Landes- und Kommunalpolitik, Kooperationspartner und die NEB_FAMILY – hieß es zunächst „Einsteigen bitte!“: Vor der Bescheidübergabe stand eine Fahrt „Am Eisernen Band“ selbst auf dem Programm. Das 2008 gegründete Netzwerkprojekt bietet seit 2022 Sonderfahrten auf sieben historischen Eisenbahnstrecken zwischen Halle (Saale) und dem Harz an. Ab Bahnhof Gerbstedt ging es im Oldtimerbus der Wernigeröder Schlossbahn zum Bahnhof Kupferkammerhütte bei Hettstedt, dem ältesten betriebsfähigen Schmalspurbahnhof Deutschlands. Von dort führte die Mansfelder Bergwerksbahn weiter bis zum Bahnhof Klostermansfeld/Benndorf. Hier fand unter großer öffentlicher Aufmerksamkeit die Förderbescheidübergabe statt.
Mit dem BIDZ wollen die Partner einen Ankerpunkt und eine Drehscheibe zwischen den Orten und Akteuren entlang des „Eisernen Bands“ schaffen. Historische Orte, technische Denkmale und die Geschichten der Menschen dahinter sollen als Teil einer gemeinsamen regionalen Identität bewahrt und sichtbar gemacht werden. Kulturstaatssekretär Putz würdigte die Förderung als Bekenntnis zum Erhalt der regionalen Industriekultur: „Die historischen Eisenbahnstrecken erzählen von Menschen und ihrer Arbeit, die diese Regionen über Generationen geprägt haben. Diese Geschichte zu bewahren und auch kommenden Generationen auf den Weg zu geben, ist unsere gemeinsame Verantwortung.“
Noch ist der Lokschuppen am Bahnhof Gerbstedt ein Lost Place. Mit der Förderung wird es jetzt möglich, die 12.000 Quadratmeter von Haus und Areal zu neuem Leben zu erwecken – ganz im Sinne des Neuen Europäischen Bauhauses: SCHÖN. NACHHALTIG. GEMEINSAM.
Hintergrund: Angewandte NEB_PROJEKTE mit Bezug zur Industriekultur
Im Rahmen der Landesinitiative „Sachsen-Anhalt – Gemeinsam für ein Neues Europäisches Bauhaus (NEB) #NeueBauhäusler“ war im April 2025 ein zweiter Förderaufruf gestartet worden – für innovative, nachhaltige, ästhetische und inklusive Projekte mit Verbindung zur Industriekultur. Im Fokus stand das Mitteldeutsche Revier im Wandel #moderndenken mit den Landkreisen Anhalt-Bitterfeld, Burgenlandkreis, Mansfeld-Südharz, Saalekreis und der Stadt Halle (Saale). Insgesamt stehen für die Förderung Angewandter Projekte mit Bezug zur Industriekultur 10 Millionen Euro aus dem Just Transition Fund zur Verfügung; die Projekte werden zu 100 Prozent gefördert.
Mehr Infos zum Projekthintergrund finden Sie hier:









