Projektname:

E-Werk – Zukunft gestalten (Entwicklung und Etablierung des „Alten E-Werks“ als Begegnungsstätte in Blankenburg“)

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Projektdetails:
Einzelner Projektverantwortlicher:
NEB_PROJEKT außerhalb der Just Transition Funds
Förderung GVS Blankenburg e.V.
Geplante Mitwirkung durch:
Stadt Blankenburg, Harzstraße 3, 38889 Blankenburg
Art des Projekts:
Revitalisierung innerstädtischer Gewerbe-, Industriebauten
Grundstücksgröße: ca. 1700 m²
Projektlaufzeit: 05.06.2025 – 04.06.2027
Kontakt:
Altes E-Werk
Neue Halberstädter Straße 1/3/5
38889
Blankenburg (Harz)
E-Mail:
Maximilian Wettges (Projektkoordinator)
m.wettges@gvs-blankenburg.de
Telefon: 0151 75450955

Projektbeschreibung

Das Projekt „Entwicklung und Etablierung des ‚Alten E-Werks‘ als Begegnungsstätte in Blankenburg“ zielt auf die prozesshafte und ko-kreative Transformation eines historischen Industriedenkmals aus dem Jahr 1891.

Ausgangspunkt ist der dringende Handlungsbedarf der Stadt: Blankenburg (Harz) steht durch den demografischen Wandel vor strukturellen Herausforderungen. Zwar existiert ein starkes bürgerschaftliches Fundament, doch es mangelt an modernen, barrierefreien Räumlichkeiten und inklusiven Begegnungsstätten.

In der aktuellen Projektphase steht daher die offene Konzeptentwicklung im Fokus. Unter Federführung des GVS Blankenburg e.V. und in enger Partnerschaft mit der Kommune werden Bürgerinnen und Bürger, lokale Kulturschaffende und die Wirtschaft an einen Tisch geholt. Ziel dieses Beteiligungsprozesses ist es, die historischen Qualitäten des Ortes (einstige Energieerzeugung) metaphorisch in neue, „soziale Energie“ zu übersetzen. Es wird ein tragfähiges, hybrides Betreibermodell erforscht, das baukulturelle Ästhetik, ökologische Nachhaltigkeit und soziale Inklusion vereint und den Grundstein für die spätere bauliche und inhaltliche Revitalisierung legt.

Projektziele

Hauptziel des aktuellen Projekts ist die Entwicklung eines tragfähigen Konzepts für einen „Dritten Ort“ in der ländlich geprägten Region des Harzes. Im Zentrum steht die Vision, das historische, derzeit ungenutzte „Alte E-Werk“ in Blankenburg wieder mit Leben zu füllen und zu einem zentralen Knotenpunkt des gesellschaftlichen Miteinanders zu machen. Um sicherzustellen, dass dieser Ort später sozial verankert, ökologisch sinnvoll und wirtschaftlich machbar ist, verfolgen wir in der Konzeptphase folgende Kernziele:

Schaffung eines Beteiligungsraums (Partizipation)
Wir entwickeln das Nutzungskonzept nicht am Reißbrett, sondern direkt aus der Stadtgesellschaft heraus. Das primäre Ziel ist es, die Einwohner Blankenburgs von Anfang an in die Planung einzubeziehen. Durch gemeinsame Workshops und Dialogformate, Bürgerbeteiligungen wollen wir herausfinden, welche Angebote wirklich gebraucht werden, um generationenübergreifende Begegnungen zu fördern und soziale Barrieren im ländlichen Raum abzubauen.

Nachhaltige Wiederbelebung eines Industriedenkmals
Das 130 Jahre alte E-Werk soll als identitätsstiftendes Gebäude erhalten und in die heutige Zeit überführt werden. Unser Ziel ist es, im Rahmen der Konzeptentwicklung zu prüfen, wie sich der raue Charme der historischen Industriearchitektur mit modernen Anforderungen an Klimaschutz und Barrierefreiheit verbinden lässt. Statt auf Abriss und Neubau setzen wir auf den Erhalt der bestehenden Bausubstanz. Gleichzeitig erarbeiten wir Strategien, wie das Gebäude später ressourcenschonend und bezahlbar betrieben werden kann.

Überdisziplinärer Austausch für neue Betreibermodelle
Die strukturellen Herausforderungen einer Kleinstadt lassen sich nicht aus nur einer Perspektive lösen. Daher zielt unser Prozess darauf ab, unterschiedlichste Akteure an einen Tisch zu bringen. Wir verknüpfen das formelle Wissen aus Stadtverwaltung und akademischer Planung mit der praktischen Erfahrung von Sozialarbeitern, Kulturschaffenden, Handwerkern und insbesondere dem Alltagswissen der Bürgerinnen und Bürger. Durch dieses Aufbrechen klassischer Planungsstrukturen wollen wir ein innovatives und solidarisches Betreibermodell entwickeln, das ehrenamtliches Engagement, soziale Arbeit und wirtschaftliche Tragfähigkeit langfristig vereint.

Projektimpressionen

Kriterien nach dem NEB_Kompass

Ambition II: verbinden
Das Projekt hat das Ziel, den mit einem hohen emotionalen Wert belegten Ort „Altes E-Werk“ in Blankenburg (Harz) zukünftig wieder mit Leben zu erfüllen. Dabei soll die Sanierung weit über eine funktionale, zweckmäßige Aufwertung des Objektes hinausgehen, die authentische Ästhetik des Industriebaus soll in die Moderne überführt werden. Durch den bewussten Erhalt der Bausubstanz und architektonischer Highlights, in direkter Verbindung mit modernen Elementen und modernster Technologie in der Bewirtschaftung sollen neue sensorische Erfahrungswelten ermöglicht werden. Gleichzeitig sollen der konsequente barrierefreie Ausbau und die ökologische Transformation das körperliche und geistige Wohlbefinden aller Nutzer in den Mittelpunkt rücken. Grundgedanke des Projektes ist die Schaffung eines generationenübergreifenden Begegnungsortes, der den Blankenburgern die Möglichkeit zur sozialen Interaktion gibt, außerhalb ihrer Arbeit und ihres Zuhauses, eines sogenannten „Dritten Ortes“. Durch seine breiten sozialen Angebote und Partizipationsmöglichkeiten soll ein Ort für Dialog und Begegnung im Zentrum von Blankenburg (Harz) geschaffen werden.
Ambition I: umfunktionieren
Das Projekt hat das konsequente Ziel, den Erhalt und die Umnutzung des bestehenden Industriebaus „Altes E-Werk“ zu verfolgen und so die bereits gebundene „graue Energie“ zu sichern und den ökologischen Fußabdruck des Projektes so gering wie möglich zu halten. Somit wird baukulturelles und historisches Erbe erhalten und in die Neuzeit überführt. Anstatt für das geplante Vorhaben einen ressourcenintensiven Neubau zu planen, soll die historische Bausubstanz gesichert, repariert und an die heutigen Bedürfnisse angepasst werden. Dabei steht vor allem die energetische Aufwertung des Gebäudes im Vordergrund, um den zukünftigen Energiebedarf und die daraus entstehenden Treibhausgase drastisch zu reduzieren. Ein weiteres Ziel ist es, die Nutzung des Gebäudes flexibel und hoch funktional zu gestalten, was sich in einer multifunktionalen Flächennutzung widerspiegeln soll. Die Räume sollen nicht die Art der Nutzung vorgeben, sondern flexibel auf unterschiedliche Anforderungen reagieren. Durch gezieltes Time-Sharing und multifunktionale Nutzungskonzepte wird eine synergetische Mehrfachnutzung ermöglicht, die unnötigen Flächenverbrauch und die damit verbundenen CO₂-Emissionen reduziert. Darüber hinaus sollen versiegelte Außenflächen entsiegelt und der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht werden.
Ambition I: einbeziehen
Ein Kernelement unseres Projekts ist die Herstellung von bedingungsloser Zugänglichkeit für alle Personengruppen. Barrierefreiheit soll nicht als Sonderlösung für einzelne Nutzer gedacht werden, sondern als selbstverständliche Qualität des Ortes. Durch ein geschicktes Konzept soll eine Quersubventionierung von sozialen Angeboten angestrebt werden. Kommerzielle Bereiche sollen die Kosten für die gemeinnützigen Bereiche erwirtschaften und diese als „soziale Dividende“ ausschütten. Die solidarische Quersubventionierung soll die Bezahlbarkeit und den Zugang zu den vielfältigen Angeboten für die Stadtgesellschaft gewährleisten.
Ambition II: mit-entwickeln
Herzstück der derzeitigen Projektphase ist die Entwicklung eines tragfähigen Nutzungskonzeptes unter Beteiligung der städtischen Zivilgesellschaft. Dabei werden verschiedene Formate der Bürgerbeteiligung initiiert, von Umfragen über Ideenwerkstätten bis hin zur Ermöglichung der Durchführung eigener Projekte. Dabei werden systematisch alle Ideen und Wünsche der Bürger evaluiert und in der Erstellung des Nutzungskonzeptes berücksichtigt. Zusätzlich wird eine breite Plattform zum Austausch geschaffen, indem nicht nur Informationen an die Zivilgesellschaft verteilt werden, sondern diese sich aktiv mit ihren eigenen Ideen und Projekten einbringen können. Die Koordinierungsstelle agiert dabei unterstützend und befähigt die Akteure bei Ihren Vorhaben.
Ambition I: lokal arbeiten
Das Fundament des Vorhabens bildet die horizontale Vernetzung von informeller Zivilgesellschaft und formellen Institutionen. Darüber hinaus strahlt das Projekt über die Stadtgrenzen Blankenburgs hinaus und forciert interkommunale und sektorübergreifende Zusammenarbeit wie mit der Hochschule Harz, der Hochschule Anhalt, Trägern und Vereinen aus der Region und einem breiten Partnernetzwerk. Für ein Gelingen des Projektes ist der nachhaltige Aufbau eines breiten Partnernetzwerkes erforderlich.
Ambition III: ‘über’ disziplinär
Das Projekt begreift die Revitalisierung eines Industriedenkmals nicht als rein architektonische oder immobilienwirtschaftliche Aufgabe, sondern als ein gesamtgesellschaftliches Labor. Um eine tiefgreifende Transformation im ländlichen Raum zu erreichen, wird bewusst überdisziplinär gedacht und dementsprechend agiert, indem formales, akademisches Wissen mit der gelebten Alltagsexpertise der Zivilgesellschaft verbunden wird. Im Projekt sind Akteure aus verschiedenen Fachrichtungen beteiligt, Experten und Expertinnen der offenen Kinder- und Jugendarbeit, der Denkmalpflege, aus dem Bereich Kultur und Wirtschaft. Gemeinsam erarbeiten diese mit Vertretenden der Zivilgesellschaft komplexe Lösungsstrategien für die bestehenden Herausforderungen. So kann sichergestellt werden, dass das Projekt nicht von oben herab entwickelt wird, sondern gemeinsam mit der Zivilgesellschaft, was der späteren Akzeptanz einen erheblichen Vorteil bringen wird, da das alte E-Werk, als „Ihr“ Haus wahrgenommen wird.
E-Werk – Zukunft gestalten NEB-Kompass
So funktioniert der
NEB-Kompass (PDF)

Durchführung

Verwendete Tools mit Darstellungen des Arbeitsprozesses

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