Projektname:

Kokreative Entwicklung Bergstation Drahtseilbahn Zeitz

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Projektdetails:
Verbundpartner:
1. Historische Drahtseilbahn Zeitz e.V.
2. kunZstoffe – urbane Ideenwerkstatt e.V.
Art des Projekts:
Umnutzung / kokreative Entwicklung Nutzungskonzept / Erneuerung
Grundstücksgröße: 790 qm
Projektlaufzeit: 2026 – 2027
Kontakt:
Zeitzer Historische Drahtseilbahn e.V.
Kalkstraße 25
06712
Zeitz

Projektbeschreibung

Der historische Gebäudekomplex der ehemaligen Bescherer Metallwarenfabrik, zugleich Bergstation der Zeitzer Drahtseilbahn, ist ein identitätsstiftender Ort, dessen Verfall sinnbildlich für die Herausforderungen von Deindustrialisierung, demografischem Wandel und strukturellem Bedeutungsverlust in Zeitz steht. Viele Zeitzerinnen und Zeitzer verbinden persönliche Erinnerungen mit dem Ort, während gleichzeitig Leerstand, Perspektivlosigkeit und eine fragmentierte Akteurslandschaft die Entwicklung hemmen. Vor diesem Hintergrund setzt das Projekt an und versteht die Transformation der Bergstation als Chance, neue Formen der gemeinschaftlichen Nutzung, Teilhabe und Identifikation zu entwickeln. Gemeinsam mit lokalen Initiativen und den zukünftig Nutzenden erarbeiten kunZstoffe – urbane Ideenwerkstatt e.V. und Historische Drahtseilbahn Zeitz e.V. in einem kokreativen Prozess ein tragfähiges Nutzungskonzept, das soziale, kulturelle und bildungsbezogene Funktionen verbindet und generationsübergreifende Angebote schafft.

Projektziele

Ziel des Projekts ist die langfristige Sicherung und Transformation der Bergstation der Zeitzer Drahtseilbahn zu einem offenen, zivilgesellschaftlich getragenen Ort, der Industriekultur, Bildung und gemeinschaftliches Leben miteinander verbindet und damit beispielhaft für die Umsetzung der Werte des Neuen Europäischen Bauhauses steht. Das Industriedenkmal soll als öffentliche Begegnungsstätte etabliert werden, der Raum bietet für:

  • Kultur
  • außerschulische Bildung
  • generationsübergreifendes Lernen
  • Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)
  • neue Perspektiven auf den Strukturwandel im Mitteldeutschen Revier

Aufbauend auf bereits angestoßenen Sicherungsmaßnahmen wird der Ort als offener Möglichkeitsraum weiterentwickelt, in dem vorhandene Bedarfe gebündelt, Synergien zwischen Akteuren und Akteurinnen gestärkt und neue Perspektiven für bürgerschaftliches Engagement eröffnet werden. Der Planungsprozess orientiert sich an realen Nutzungsinteressen aus der Stadtgesellschaft und mündet in eine konkrete Genehmigungsplanung, die eine langfristige, nachhaltige und gemeinschaftlich getragene Nutzung des Industriedenkmals ermöglicht und damit einen Beitrag zu einem zukunftsfähigen, resilienten Stadtgefüge leistet.

Gleichzeitig zielt das Projekt auf den Aufbau einer dynamischen, selbstorganisierten Arbeits- und Trägerstruktur, die über die Planungsphase hinaus Bestand hat und einen nutzergetragenen Betrieb ermöglicht. Im Prozess werden Partizipation, Mitgestaltung und kollektive Verantwortung erprobt und gestärkt. Auf diese Weise wird die Bergstation nicht nur als bauliches Erbe gesichert, sondern als lebendiger Ort neu verankert, der den Strukturwandel als gestaltbare Chance erfahrbar macht, zivilgesellschaftliches Engagement bündelt und neue Formen des Zusammenlebens nachhaltig, schön und gemeinsam initiiert.

Projektimpressionen

Kriterien nach dem NEB_Kompass

Ambition II: verbinden (Tendenz zu Ambition III vorhanden)
Im Sinne der NEB-Ambition „Integrieren“ versteht das Projekt Schönheit als Ergebnis gemeinschaftlicher Gestaltung, sozialer Interaktion und sensibler Weiterentwicklung des Bestands. Der kokreative Prozess selbst wird zum ästhetischen Prinzip, indem zukünftig Nutzende den Ort nicht nur programmatisch, sondern auch gestalterisch prägen und dabei unterschiedliche Perspektiven und Bedarfe einbeziehen. Die Transformation der Bergstation schafft einen Ort des Austauschs, der Begegnung und der Aushandlung. Durch eine behutsame Sanierung und den weitgehenden Verzicht auf tiefgreifende Eingriffe bleibt die industrielle Ästhetik erhalten und wird zugleich neu erfahrbar gemacht, wodurch auch der Stadtraum insgesamt aufgewertet wird. Schönheit entsteht so aus dem Zusammenspiel von Geschichte, Nutzung und gemeinschaftlicher Praxis.
Ambition I: umfunktionieren
Das Projekt verfolgt im Sinne der NEB-Ambition „Umfunktionieren“ einen ganzheitlichen Nachhaltigkeitsansatz, der ökologische, ökonomische und soziale Dimensionen integriert und den Erhalt von Ressourcen mit langfristiger Nutzung verbindet. Die Reaktivierung der Bestandsarchitektur bewahrt graue und „goldene“ Energie, vermeidet zusätzliche Flächenversiegelung und setzt auf einen sparsamen Einsatz sowie die Wiederverwendung natürlicher Materialien, ergänzt durch die Einbindung von Experten und Expertinnen für ökologisches Bauen und alternative Energieformen. Gleichzeitig entsteht durch Werkstätten, Reparaturformate und Bildungsangebote im Sinne der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) eine gelebte Praxis des Teilens, Tauschens und Reparierens, die insbesondere jungen Menschen Kompetenzen vermittelt. Ökonomisch zielt das Projekt auf bezahlbare, flexible Nutzungsmodelle und geteilte Infrastrukturen, die langfristige Planungssicherheit für gemeinnützige Akteure schaffen. Sozial stärkt es zivilgesellschaftliche Strukturen, ermöglicht niedrigschwelligen Zugang zu Bildung und Teilhabe und fördert generationenübergreifendes Lernen. Damit leistet das Vorhaben Beiträge zu zentralen Nachhaltigkeitszielen wie hochwertiger Bildung, Klimaschutz, nachhaltigem Konsum und der Verringerung von Ungleichheiten.
Ambition II: konsolidieren
Das Projekt stärkt gemeinschaftliches Handeln, indem es zivilgesellschaftliche Verantwortung aktiv fördert und strukturell verankert. Der kokreative Entwicklungsprozess ermöglicht es den Beteiligten, ihr Wissen einzubringen, voneinander zu lernen und Synergien zu nutzen, wodurch neue Formen der Zusammenarbeit über institutionelle Grenzen hinweg entstehen. Vereine, Initiativen sowie Akteure aus Politik und Verwaltung werden gleichermaßen in Transformationsprozesse eingebunden und als gestaltende Kräfte sichtbar. Mit der Entwicklung der Bergstation zu einem offenen dritten Ort entsteht eine räumliche Basis für Austausch, Teilhabe und niedrigschwellige Angebote, die unterschiedliche Zielgruppen ansprechen und insbesondere auch benachteiligten Gruppen Zugang ermöglichen. So wird gesellschaftlicher Zusammenhalt gestärkt und gemeinschaftliche Identifikation gefördert.
Ambition III: selbststeuernd
Die Entwicklung des Nutzungskonzepts erfolgt als strukturierter, selbststeuernder Beteiligungsprozess, in dem die späteren Nutzerinnen und Nutzer von Beginn an aktiv eingebunden sind. Aufbauend auf einem internen Auftakt und der gemeinsamen Zieldefinition werden in mehreren ineinander greifenden Formaten – von öffentlichen Informationsveranstaltungen über Futuring- und Gebäudeworkshops bis hin zu Feedback- und Synthesephasen – Bedarfe erhoben, Nutzungsideen entwickelt und mit baulichen sowie rechtlichen Rahmenbedingungen abgeglichen. Die Einbindung von Verwaltung, Fachplanern und Fachplanerinnen, Bildungseinrichtungen und Zivilgesellschaft gewährleistet eine breite Perspektivenvielfalt und ermöglicht die Entwicklung eines tragfähigen Raumprogramms als Grundlage für die weitere Planung. Der Prozess ist so angelegt, dass er übertragbar ist und als Modell für vergleichbare Vorhaben dienen kann.
Ambition I: lokal arbeiten
Das Projekt entfaltet seine Wirkung auf mehreren Ebenen, indem es einen zentral gelegenen Ort mit hoher identitätsstiftender Bedeutung reaktiviert und als Lern-, Arbeits- und Begegnungsraum zugänglich macht. Unterschiedliche Nutzungsformate – von kurzfristigen Veranstaltungen bis zu langfristigen Nutzungen, von offenen Angeboten bis zu vereinsinternen Räumen – schaffen vielfältige Anknüpfungspunkte für Engagement und fördern Synergien zwischen den Akteuren. Durch die enge Vernetzung mit lokalen Initiativen, Verwaltung, Schulen und sozialen Einrichtungen werden bestehende Strukturen gestärkt und neue Kooperationen ermöglicht, wodurch die Sichtbarkeit und Wirksamkeit zivilgesellschaftlichen Handelns gesteigert werden.
Ambition III: ‘über’ disziplinär
Der Entwicklungsprozess folgt einem transdisziplinären Ansatz, der fachliche Expertise, institutionelles Wissen und praktische Erfahrungen aus der Zivilgesellschaft systematisch zusammenführt. Ausgangspunkt ist die Aktivierung relevanter Akteure und die Erhebung konkreter Bedarfe, die unter Einbeziehung der langjährigen Praxiserfahrung von Vereinen gebündelt werden. Ergänzt wird dies durch fachliche Inputs, insbesondere zu ökologischer Sanierung, sowie den kontinuierlichen Dialog mit Verwaltung und Denkmalschutz. Die Ergebnisse werden schrittweise zu einem konkreten Raumprogramm und schließlich zu einer genehmigungsfähigen Planung verdichtet. Auf diese Weise entsteht ein integrativer Planungsprozess, der unterschiedliche Wissensformen verbindet und fundierte, gemeinsam getragene Entscheidungen ermöglicht.
NEB Kompass Drahtseilbahn Zeitz
So funktioniert der
NEB-Kompass (PDF)

Durchführung

Verwendete Tools mit Darstellungen des Arbeitsprozesses

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