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Mehr InformationenMit dem NEB-Projekt: „Gemeinschaftsamt – Kulturfabrik 5.0“ wird der Gebäudekomplex der ehemaligen Stasi-Bezirksverwaltung in Halle (Saale) zu einem offenen Ort für Begegnung, Kultur und gemeinschaftliche Stadtentwicklung weiterentwickelt. Zwischen Halle-Neustadt, Heide- und Weinbergcampus, Burg Giebichenstein und der Peißnitz entsteht ein neuer Verbindungsort, an dem Nachbarschaft, Kunst, Bildung, soziale Initiativen und gemeinwohlorientiertes Arbeiten zusammenfinden.
Der denkmalgeschützte Gebäudebestand mit rund 20.000 Quadratmetern Bruttogrundfläche wird ohne Abriss oder Neubau schrittweise für neue Nutzungen erschlossen.
Die Geschichte des Ortes bleibt dabei bewusst sichtbar. Als ehemalige Bezirksverwaltung der Staatssicherheit erzählt das Gebäude von der politischen Kontrolle der Arbeitswelt in der DDR und von der Entwicklung Halle-Neustadts als Industriestadt. Zeitzeugenprojekte, wissenschaftliche Recherchen, Ausstellungen und Bildungsangebote greifen diese Geschichte auf und verbinden sie mit den Fragen einer zukunftsfähigen Stadtgesellschaft.
Durch das Netzwerk des Gemeinschaftsamts wurde in einer eigens durchgeführten Erhebung ein struktureller Mangel an bezahlbaren Räumen für Kunst, Kultur, Bildung, soziale Initiativen und gemeinwohlorientierte Unternehmen in Halle festgestellt. Dem begegnet das Projekt mit dem Ziel, einen dauerhaft zugänglichen und gemeinschaftlich getragenen Ort zu schaffen, der nachhaltig diesen Mangel verringert. Gleichzeitig soll ein Ort entstehen, der Halle-Neustadt mit der Innenstadt verbindet und Menschen unterschiedlicher Generationen, Lebenswelten und kultureller Hintergründe zusammenbringt.
Ein wesentliches Anliegen des Projekts ist es, die Stadtgesellschaft aktiv an der Entwicklung ihres Lebensumfeldes zu beteiligen. Gemeinsam mit Einwohnerinnen und Einwohnern, Vereinen, Kulturschaffenden, Wissenschaft und Verwaltung werden tragfähige Konzepte für die zukünftige Nutzung des Gebäudes entwickelt. Die genossenschaftliche Betreiberstruktur schafft dafür langfristig verlässliche Rahmenbedingungen und ermöglicht eine dauerhafte, gemeinwohlorientierte Nutzung. Der Umsetzungsplan orientiert sich an dem Werkzeugkasten für NEB_PROJEKTE, der mit vielen Praxisbeispielen und Methoden Hilfestellung für die einzelnen Projektphasen gibt.
Die denkmalgeschützte Bausubstanz soll nach dem Prinzip der minimalinvasiven Sanierung instandgesetzt werden. Mit dem Ziel historische Authentizität zu bewahren und gleichzeitig moderne Standards in Energieeffizienz, Barrierefreiheit und Nutzungskomfort umzusetzen. So wird ein historisch bedeutsamer Ort zu einem lebendigen, inklusiven und ökologisch verantwortungsvollen Teil der Stadt. Das Gemeinschaftsamt schließt damit eine Lücke: Es verknüpft die Aufarbeitung der DDR-Industriekultur mit aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen und trägt zur langfristigen Sicherung industriekultureller Zeugnisse bei — nicht als museales Relikt, sondern als aktiver, gestaltbarer Ort von und für die Stadtgesellschaft.
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