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Mehr InformationenDer Burgenlandkreis ist bis heute stark von seiner braunkohleindustriellen Vergangenheit geprägt, doch viele Zeugnisse dieser Geschichte – Fotografien, Chroniken, Erinnerungen und Objekte – sind bislang weder systematisch erschlossen noch langfristig gesichert und drohen verloren zu gehen. Besonders sichtbar wird dies am umfangreichen, kaum bearbeiteten Fotobestand des Bergbaumuseums Deuben sowie an zahlreichen Orts- und Schulchroniken, die zentrale Einblicke in die sozialen und wirtschaftlichen Transformationsprozesse der Region seit dem 19. Jahrhundert geben. Gleichzeitig fehlt es an verlässlichen Strukturen, um dieses Wissen gemeinsam mit lokalen Akteurinnen und Akteuren zu sichern, zu erschließen und zugänglich zu machen – ein Bedarf, der auch von engagierten Heimatforschenden selbst klar formuliert wurde.
Hier setzt das Verbundvorhaben von Landesheimatbund Sachsen-Anhalt e. V. und DOKMitt e. V. an, indem es vorhandene Bestände, lokales Wissen und zivilgesellschaftliches Engagement zusammenführt und in eine gemeinsame Arbeitsstruktur überführt. Im Mittelpunkt steht dabei nicht nur die Digitalisierung von Materialien, sondern vor allem deren gemeinschaftliche Kontextualisierung: Historische Fotografien und Chroniken werden erschlossen, kommentiert und in größere Zusammenhänge eingeordnet, während zugleich ein Netzwerk entsteht, das den Austausch zwischen ehrenamtlich Forschenden, Institutionen und Öffentlichkeit stärkt. Analoge und digitale Formate greifen ineinander, sodass Wissen sowohl vor Ort als auch online gesammelt, überprüft und weiterentwickelt werden kann. Durch diese Verbindung von fachlicher Begleitung und bürgerschaftlicher Expertise entsteht ein offener Prozess, in dem das industriekulturelle Erbe nicht nur bewahrt, sondern neu lesbar und erfahrbar gemacht wird – als gemeinsame Ressource, die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Region miteinander verbindet.
Kern des Projekts ist die systematische Erfassung, Digitalisierung und inhaltliche Erschließung eines umfangreichen Fotografiebestands des Bergbaumuseums Deuben mit rund 6.000 Objekten, die ein Jahrhundert Sozial-, Alltags- und Industriegeschichte von den frühen 1900er-Jahren bis in die 2010er-Jahre dokumentieren und als bedeutende visuelle Quelle dienen. Parallel dazu wird ein regionales Ehrenamtsnetzwerk aufgebaut und durch den Landesheimatbund Sachsen-Anhalt e. V. langfristig begleitet, das engagierte Bürger und Bürgerinnen aktiv in die Forschungs- und Erschließungsprozesse einbindet. Über analoge Formate wie Fotocafés sowie digitale Beteiligungsangebote in einem Citizen-Science-Portal bringen die Teilnehmenden ihr Wissen zu Motiven, Orten und Personen ein und tragen so zur kollektiven Wissensgenerierung und -sicherung bei. Ergänzend werden ausgewählte Ortschroniken digitalisiert und öffentlich zugänglich gemacht, während Schulungen in Methoden der historischen Forschung und Quellenerschließung – in Zusammenarbeit mit dem Förderverein DOKMitt e. V. – die Kompetenzen der Mitwirkenden stärken und eine qualitätsvolle Mitarbeit ermöglichen. Auf diese Weise entstehen neue Zugänge zum kulturellen Erbe, die nicht nur dessen Bewahrung sichern, sondern auch dessen gesellschaftliche Relevanz neu vermitteln, das Bewusstsein für den Wert regionaler Sammlungen schärfen und die aktive Mitgestaltung durch die Zivilgesellschaft fördern. Das Projekt leistet damit einen Beitrag zu einer nachhaltigen, generationenübergreifenden Kulturpraxis, die Ästhetik, Wissenstransfer und soziale Teilhabe miteinander verbindet und die Industriekultur des Burgenlandkreises als lebendigen Bestandteil regionaler Identität erfahrbar macht.
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